Die Handchirurgie umfasst drei chirurgische Spezialgebiete. Übergreifend arbeitet sie im Bereich der Unfallchirurgie, der Orthopädie und der plastischen Chirurgie. Indikationen für handchirurgische Eingriffe sind unfallbedingte Verletzungen, Fehlbildungen, Verschleißerscheinungen oder der Verlust einzelner Glieder. Eine mikrochirurgische Fachausbildung ist für Handchirurgen unerlässlich.
Häufigste Krankheiten und die Heilung
Die menschliche Hand ist ein komplexes Zusammenspiel von Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen und Nerven. Eine Diagnose wird häufig erschwert durch das gleichzeitige Auftreten mehrerer Symptome. Zu den häufigsten Erkrankungen an der Hand gehören Verschleißerscheinungen an Gelenken, Sehnen- oder Sehnenscheidenentzündungen, die Verengung von Nervenkanälen (Karpaltunnelsyndrom), Rhizarthrose und Ganglione (Überbeine). Um im Zweifelsfall eine exakte Diagnose stellen zu können, sind Röntgenaufnahmen, Computertomografien oder auch arthroskopische Untersuchungen notwendig. Bei Eingriffen muss äußerste Sorgfalt herrschen, da bereits ein Stich an der falschen Stelle zur Durchtrennung von Nerven oder Sehnen führen kann. Dies hat unter Umständen irreparable Schäden zur Folge.
Eine besondere Bedeutung kommt der plastischen Handchirurgie zu. Dabei geht es nicht nur um die Extremfälle wie abgetrennte Gliedmaßen, die mithilfe der Mikrochirurgie wieder angenäht werden können. Auch Implantationen von Gelenkplastiken zur Funktionswiederherstellung einzelner Gelenke fallen in diesen Bereich. Hier ist eine Unterscheidung zwischen der Handchirurgie und der allgemeinen rekonstruktiven Chirurgie kaum mehr feststellbar. Häufig qualifizieren sich auch Fachärzte für Orthopädie durch Weiterbildungsmaßnahmen zum Handchirurgen. Diverse handchirurgische Eingriffe können unter Lokalanästhesie auch ambulant durchgeführt werden. Operative Tageskliniken sind in der Regel kostengünstiger, und viele Patienten ziehen eine solche Versorgung der stationären Behandlung und Operation unter Vollnarkose vor.
Unfallbedingt kann es vorkommen, dass Patienten einzelne Glieder oder Gliedmaßen der Hand verlieren. Wenn das abgetrennte Körperteil zeitgleich mit dem Patienten die Klinik erreicht und nicht zu stark beschädigt ist, sind die Chancen, mithilfe der Handchirurgie das Glied wieder anzunähen und funktionsfähig zu machen, sehr groß. Unfallhelfer sollten darauf achten, den abgetrennten Körperteil möglichst zu kühlen. Die Präparation des abgetrennten Gliedes sollte dem Handchirurgen vorbehalten bleiben.