Die rekonstruktive Chirurgie und ihre Indikationen
Die rekonstruktive, also die wiederherstellende Chirurgie, nimmt einen großen Bereich der plastischen Chirurgie ein. Plastische Chirurgen, die sich mit der rekonstruktiven Chirurgie befassen, haben in der Regel auch eine Facharztausbildung zum Mikrochirurgen absolviert. Die meisten Patienten für einen plastischen Chirurgen der wiederherstellenden Chirurgie rekrutieren sich aus Unfallopfern, die bleibende sichtbare Schäden davongetragen haben. Aber auch Patienten, denen Tumore entfernt werden mussten, gehören hier zum Patientenkreis.
Die Bedeutung
Die rekonstruktive Chirurgie sorgt dafür, dass die Funktionalität des Körpers wiederhergestellt wird. So gehört unter anderem das wieder Annähen von abgetrennten Gliedmaßen in diesen Bereich. Aber auch Hauttransplantationen oder Gewebeverschiebungen zur Verbesserung der Wundheilung bei großflächigen Verletzungen sind bekannte Indikationen. Die rekonstruktive Chirurgie beschäftigt sich auch damit, übermäßiges Narbengewebe nach Eingriffen oder Unfällen zu beseitigen. Als zweite Säule der plastischen Chirurgie beschäftigt sich die rekonstruktive Chirurgie aber auch mit der Beseitigung angeborener Fehlbildungen. Dabei geht die wiederherstellende Chirurgie von dem Grundsatz aus, gesundes Gewebe dazu zu verwenden, Defekte abzudecken oder zu korrigieren. Die Anwendung mikrochirurgischer Techniken ist hier absolut notwendig. Der plastische Chirurg muss aber auch die richtige Entscheidung hinsichtlich der Entnahmestelle des gesunden Gewebes treffen. Auch dieser Teil des Eingriffs kann ausschlaggebend für den Erfolg der ganzen Operation sein.
Die vielen unterschiedlichen Indikationen, die einen Eingriff durch einen plastischen Chirurgen erforderlich machen, erfordern eine große Methodenvielfalt vom Operateur. Der Erfolg der Operation wird hier sowohl nach dem optischen Ergebnis wie auch nach der Wiederherstellung verlorener Funktionen des Körpers bewertet. Häufig sind mehrere aufeinanderfolgende Operationen notwendig, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Die rekonstruktive Chirurgie hat immer eine medizinische Indikation und gehört damit überwiegend auch zu den Regelleistungen der Krankenkassen. Dabei ist durch ständige Weiterentwicklungen von Techniken und Operationsmethoden inzwischen auch der Ersatz von geschädigtem Nerven- oder Muskelgewebe möglich. Bestimmte Lähmungserscheinungen sind mithilfe der rekonstruktiven Chirurgie nicht mehr unheilbar.