Die Verbrennungschirurgie als Teil der plastischen Chirurgie
Im Fachbereich der Verbrennungschirurgie kommen die Techniken der rekonstruktiven Chirurgie zum Einsatz. Sie wird in der Regel in speziellen Verbrennungszentren unter intensivmedizinischer Behandlung durchgeführt. Verbrennungsopfer haben in der Regel einen großen Teil ihrer gesunden Hautoberfläche verloren. Durch Hauttransplantationen aus nicht betroffenen Bereichen können die Verletzungen abgedeckt werden.
Definition der Verbrennungsgrade
Verbrennungen, die sowohl durch übermäßige Hitze, Säure oder Gase, aber auch durch Erfrierungen entstehen können, werden in unterschiedliche Grade eingeteilt. Während Verbrennungen ersten Grades in der Regel vollständig abheilen, ohne Schäden zu hinterlassen, sind bereits Verbrennungen zweiten Grades mit Narbenbildungen gezeichnet, wenn tiefere Hautschichten betroffen sind. Völlig irreversibel sind Schäden bei Verbrennungen dritten und vierten Grades. Hier sind alle Hautschichten verbrannt, gegebenenfalls sind auch die darunter liegenden Muskeln und Knochen mit betroffen. Weil auch die gesamten Nervenschichten durch die Verbrennung zerstört sind, haben die Verbrennungsopfer kein Schmerzempfinden.
Die richtige Versorgung
Die Versorgung in einem Verbrennungszentrum durch die Verbrennungschirurgie ist lebensnotwendig. Schlecht versorgte Verbrennungen können eine Sepsis nach sich ziehen. Kreislaufschocks durch die mangelnde Sauerstoffversorgung des Organismus und auch Organversagen können die Folge von Verbrennungen dritten und vierten Grades sein. Es ist notwendig, so rasch wie möglich mithilfe der Verbrennungschirurgie, eine Regeneration der Haut zu erreichen. Dabei wird das verbrannte Gewebe vollständig entfernt. Das Hauttransplantat wird gitterförmig eingeschnitten, damit es eine größere Fläche abdeckt. Auch die Verwendung von Fremdhaut oder Hautersatzstoffen kann notwendig werden. Häufig steht nicht mehr genug gesunde Haut zur Rekonstruktion mithilfe einer Hauttransplantation zur Verfügung. Modernste Techniken ermöglichen es mittlerweile, aus kleinen Stücken menschlicher Haut im Labor größere, verwendbare Transplantate zu züchten.
Da die transplantierte Haut wesentlich empfindlicher ist, kann es notwendig werden, die Versorgung von Verbrennungsopfern durch die Verbrennungschirurgie in mehreren aufeinanderfolgenden Operationen vorzunehmen. Erneute Operationen sind auch bei Abstoßungsreaktionen notwendig. Es kommt vor, dass der Körper das Transplantat nicht annimmt, sodass es ersetzt werden muss.